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Die Tagung war hochkarätig besetzt. Dies lag auch daran, dass der gesamte Vorstand der Luthergesellschaft involviert und präsent war. Alle Referenten hatten die Vorträge zu ihren jeweiligen Fragestellungen speziell für die Veranstaltung vorbereitet. Dies führte zu einer intensiven Diskussion über das Spezifische des Lutherischen: Man war sich einig, dass dies nicht konfessionalistisch zu verstehen bzw. zu verengen sei, sondern – entsprechend dem Reformationsgedanken Luthers – als Herausarbeiten des Christlichen zu verstehen ist. Nicht nur in der Reformationszeit war dies verdunkelt. Die gilt auch für jede Zeit der Gegenwart. Hier gilt es, wach zu sein und die jeweiligen Ansatzpunkte zu finden. Da auch die Teilnehmenden über gute theologische Kenntnisse verfügten, war die Diskussion während der Tagung meist fachspezifisch. Die Abendveranstaltung überschritt diese Grenzen deutlich, da Gunther Wenz Aussagen des kleinen Katechismus zur Grundlage seines Vortrages machte, den er populär auslegte. Insgesamt war die Tagung inhaltlich höchst interessant. Deswegen werden die Vorträge von der Luthergesellschaft veröffentlicht. Kritisch anzumerken ist, dass seitens der Nürnberger Pfarrerschaft, der Religionslehrer sowie der hiesigen kirchlichen Öffentlichkeit zu wenig Interesse geweckt werden konnte, obwohl seitens des Dekanats auf die Veranstaltung aufmerksam gemacht wurde. Hier zeigt sich das Grundproblem Nürnbergs: Theologische Fragen stehen nicht im Vordergrund. Man ist eher pragmatisch.  Dennoch hat die Tagung vor dem Reformationsjubiläum sicherlich einen wichtigen Beitrag zur Selbstvergewisserung des Lutherischen geliefert. Daher erscheint eine Weiterarbeit mit der Luthergesellschaft wünschenswert. Information und Programm Pfr. Willi Stöhr evang. stadtakademie nuernberg
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