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Als Anfang 2016 die Idee keimte, anlässlich des Reformationsjubiläums gemeinsam mit der Gesangslehrerin Bojana Blohmann ein Mehrgenerationenmusical auf die Beine zu stellen, um auch kirchenfernere Gemeindeglieder in unserer Kirchengemeinde für ein Projekt zu begeistern, konnten wir nicht ahnen, welche Dynamik das Projekt annehmen würde. Es war uns wichtig, dass wir mithilfe des Musicals die frohe Botschaft in die Sprache unserer Zeit übertragen konnten, so wie Martin Luther das auch gewollt und getan hat, wenn er Lieder, die er auf der Straße hörte, in seine Verkündigung einbezog. Nachdem wir in dem Musical „Haltestelle Glück“ von Prof. Schmoll eine gute Vorlage gefunden hatten, die wir – nach Erwerb der Aufführungsrechte – auch verändern durften, fingen wir an, Frauen, Männer und Kinder zu suchen, die mitmachen wollten. Waren es beim ersten Zusammentreffen im Mai/Juni 2016 noch erst 10 Frauen und Kinder – davon die allermeisten ohne Chorerfahrung - , so konnten Frau Blohmann und ich  im September dann schon mit 30 Personen rechnen, die sich im Zweiwochenabstand in unserem Gemeindesaal trafen. Frau Blohmann übte mit denen, die sich solistisch aufzutreten vorstellen konnten, ich mit dem Chor, am Ende der Probe führten wir alle zusammen und so konnte man recht früh immer schon einen Gesamteindruck bekommen, was der Motivation sehr zugute kam. Begleitend stellte ich aus Jugendlichen und Erwachsenen eine kleine Band zusammen und probte auch mit Jugendlichen, die nur schauspielerisch auftreten wollten. Die Begegnung mit dem Musical regte bei einigen Projektchormitglieder auch eigene Fragen an und so entstanden einige seelsorgerliche Kontakte. Zunehmend entstand eine Bindung an unsere Kirchengemeinde und gerade der Gottesdienst „Atempause“, der ebenfalls mit moderneren Mittel arbeitet, wurde vermehrt besucht. Im Januar 2017 gelang es mir, auch die Kantorei der Kirchengemeinde und den Schulchor der benachbarten Emil- Fischer-Grundschule mit ins Boot zu holen. Mit ihnen und der Band probte ich dann separat. Dank des Zuschusses der Lutherdekade konnten wir uns an professionelle Tontechnik wagen, damit alles auch gut verstehen werden konnte. Jugendliche besorgten Scheinwerfer und kümmerten sich um die Lichttechnik. Schließlich begann im Januar 2017 die wöchentliche Probephase mit Probenwochenende, an dem wir alle Beteiligten (dann 65 Personen ) zusammenführten. Dank guter Werbung waren die Einlasskarten für einen symbolischen Glückscent, die wir verteilten, um den Überblick zu behalten, in kürzester Zeit „ausverkauft“, so dass wir auch weitere Vorstellungen ins Auge gefasst haben. Mit öffentlicher Generalprobe und den Vorstellungen am 18. /19.3. 2017 erreichte unser Musical an diesem Wochenende 800 Personen. Es war schön zu erleben, mit welchem Engagement, welcher Freude und Begeisterung alle Beteiligten sich in dieses Projekt einbrachten und noch einbringen, weil noch eine Tonaufnahme geplant ist. Auch für die örtliche Kirchengemeinde hat das Musical einen großen Gewinn gebracht. Viele – bislang eher distanziertere Mitglieder – fanden den Weg und gaben uns gute Rückmeldungen, bzw. identifizierten sich plötzlich wieder mit ihrer Kirchengemeinde und erzählten „Haltestelle Glück? Das ist in unserer Kirchengemeinde und unserer Kirche!“ Gabriele Töpfer, Pfarrerin Kirchengemeinde Dörfles-Esbach