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Kurzer Erfahrungsbericht über die Exkursion des W-Seminars m Freitagmorgen, 28.10.2016, 7:20 Uhr haben sich die 16 Schülerinnen und Schüler des W-Seminars Religion „Denk-Wege zu Luther – 1517 – 2017, 500 Jahre Reformationsgeschichte vor Ort“ auf den Weg zu den  berühmten Lutherstädten und Lutherstätten in Erfurt, Eisenach, Eisleben und Wittenberg gemacht. Unsere erste Station am 28.10. ist Erfurt, die Landeshauptstadt Thüringens. Mit der Führung durch das Augustinerkloster und der dazugehörigen, 60.000 Bücher umfassenden Bibliothek lassen wir uns einstimmen auf die folgenden Tage auf den Spuren Luthers. Sehr eindrücklich sind neben der ausführlichen Klosterführung, die auch die Hintergründe des Augustiner-Eremiten- Ordens beleuchtet, die extra für uns aufgeschlagenen Exponate gewesen, Prachthandschriften aus dem 15. und 16. Jahrhundert, die Herr Ludscheidt für uns vorbereitet und erläutert hat. Am nächsten Tag, 29.10., machen wir uns schon früh auf und bewältigen den Weg auf die Wartburg. Dort besichtigen wir die historisch in vielerlei Hinsicht interessante Wartburg inklusive der berühmten Lutherstube und verweilen in der höchst informativen und für Schüler sehr gut aufbereiteten Ausstellung über Luther und die deutsche Sprache. Wieder in Eisenach besuchen wir im Lutherhaus Unterricht „Wie zu Luthers Zeiten“. Als „Pankratz“, „Kuntz“ und „Martin (Luther)“ tauchen wir ein in die Zeit von vor 500 Jahren und lernen nach einem „Salve Magister!“ die wichtigsten Regeln der Schulordnung wie das Singen eines lateinischen Liedes am Anfang und Ende der Stunde, den ausschließlichen Gebrauch der lateinischen Sprache – auch in der Pause! – oder die Strafen für Faulheit beim Vokabellernen. Danach folgt eine Abfrage der Lateinvokabeln mit fünf Rutenhieben für jedes falsche Wort und Unterricht in Arithmetik. Am Ende der Stunde küren wir mit einer Eselsmaske den unartigsten Schüler der Klasse. Wir verabschieden uns nach einem anstrengenden aber lehrreichen Tag von der romantischen Altstadt Erfurts, denn unsere Lutherspurensuche führt uns am 30.10. weiter nach Eisleben. Dort besichtigen wir Luthers Geburts- und Sterbehaus. Vor allem im Sterbehaus beeindruckt die vielfältige Auseinandersetzung mit dem Sterben zu Luthers Zeiten und heute. Mit allen Sinnen erfahrbar wird der Besuch der Taufkirche Luthers, in der die Schüler um das im Boden eingelassene Taufbecken, in dem ständig frisches Wasser sprudelt, den Gedanken Luthers zu Taufe und Gnade lauschen und sich von der Atmosphäre des Raumes gefangen nehmen lassen. Am Nachmittag kommen wir in Wittenberg an, wo das Reformationsfest bereits voll im Gange ist. In der Stadt ist „buntes Treiben auf dem Marktplatz“ ,vor der Altstadt sitzen Männer und Frauen vor ihren Zelten um ein Lagerfeuer. Am nächsten Morgen,31.10., gehen wir gemeinsam in den Gottesdienst in der Stadtkirche, mit dem offiziell das Reformationsjubiläum eröffnet wird. Alle Kirchenbänke sind an diesem besonderen Festtag gefüllt, denn viele Menschen sind – so wie wir – von weit her gekommen um den Ursprungsort der Reformation an ihrem Jubiläum zu erleben. Bischof Dr.Michael Bünker, der die Auftaktpredigt zur Eröffnung des Reformationsjahres hält, ist  dafür sogar den Weg von Wien nach Wittenberg gekommen. Nach dem Gottesdienst und einem Verköstigungsspaziergang über den Markt werden wir von einem Stadtführer über die Sehenswürdigkeiten Wittenbergs genauestens informiert, besichtigen unter anderem die Thesentür an der Schlosskirche, die Cranachhöfe, und das Denkmal von „Herr Käthe“, Martin Luthers Ehefrau, vor dem schwarzen Kloster. Für das Melanchthonhaus nehmen wir uns extra Zeit und erleben eine äußerst sachkundige Führung durch das Haus und eine aufschlussreiche Einführung in die Gedankenwelt Melanchthons und seiner Bedeutung für die Reformation. Am 1.11. begeben wir uns auf die Spuren Lukas Cranachs, ohne dessen Bildprogramm, wie es beispielsweise in den Bildern der Stadtkirche umgesetzt ist, die Reformation nicht denkbar wäre. Auf der Rückfahrt nach Erlangen stellen wir beim Ausfüllen eines Luther-Quiz fest, dass wir in den vergangenen vier Tagen viel über Martin Luther, seine Weggefährten und die damalige Zeit gelernt haben.
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